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Dienstag, 29.05.2018

Der Film zur Mitternachtssporthymne

Mit einem Ball 100 Jugendliche beschäftigen! Das klingt so genial wie einfach. Und ist viel mehr als eine gute Idee für die Jugendgewaltprävention im Süden von Neukölln.

Mitternachtssport

Gewaltprävention durch Sport ist ein großes Thema in der Jugendarbeit. Insbesondere, wenn von langen Wochenendnächten die Rede ist. Werden hier keine Angebote gemacht, bleibt Jugendlichen oft nicht viel anderes übrig, als ihre Zeit auf der Straße zu verbringen. Langeweile kann dann schnell zu Vandalismus führen oder sich in gewalttätigen Auseinandersetzungen entladen.

Heike Hirth vom Jugendtreff „The Corner“ ist schon seit Langem daran interessiert, dem etwas entgegenzusetzen. Bislang ist ein großes Problem allerdings immer gewesen, dass es keine entsprechenden Räume gab, die man den Jugendlichen zur Verfügung stellen konnte. Oder genauer gesagt: Es gab sie, aber sie waren nicht zu bekommen.

„18 Jahre lang“, sagt Heike Hirth, „ist es uns nicht gelungen, Turnhallen, die am Wochenende nachts leer stehen, für Jugendliche zu öffnen. Nur Vereine hatten darauf Zugriff. Das hat sich erst jetzt geändert, durch unsere Kooperation mit Ismail Öners Initiative ‚Mitternachtssport e. V.’ Die ist in Spandau entstanden, wird unter anderem von Jerome Boateng unterstützt und hat 2013 den Bambi für Integration gewonnen.“

Dank dieser prominenten Initiative im Hintergrund und der Unterstützung des Bezirksstadtrats für Jugend und Gesundheit, Falko Liecke, sowie der Bezirklichen Abteilung Bildung, Schule, Kultur und Sport wurde nun erreicht, dass freitags zwischen 21 Uhr und Mitternacht die Sporthalle in der Hänselstraße genutzt werden kann.

„Das geht dann in der Regel sogar oft noch ein bisschen länger. Für uns ist das ein großer Erfolg. Zum einen bieten wir so für alle Jugendlichen ab 16 Jahren, die sonst draußen auf der Straße wären, eine alternative Beschäftigung. Zum anderen schaffen wir einen Brückenschlag zwischen den Jugendlichen der High-Deck- und der Weißen Siedlung. Zwischen denen hat es draußen sonst immer mal Reibereien gegeben. Jetzt muss alles fair zugehen. Alle müssen zusammenarbeiten und einander respektieren. Denn bei negativen Vorfällen wären die Jugendlichen sofort wieder aus der Halle raus.“

Respekt, Fairplay und Toleranz sind neben dem sportlichen Erfolg die Ziele, die in diesem Konzept dazu beitragen, Integration spielend gelingen zu lassen.

Die Hymne

Klar, dass ein Konzept, mit dem man sich identifizieren soll, einen Song oder eine Hymne braucht. Die haben – finanziert durch zusätzliche Mittel aus dem Programm „Soziale Stadt“<s> </s>– zwei Mitarbeiter des Jugendzentrums „The Corner“, Dave und David, geschrieben und zusammen mit Jugendlichen eingesungen, aufgenommen und professionell abgemischt.

Das Resultat ist so überzeugend geworden, dass sich alle Beteiligten schnell einig waren, dass dazu ein eigenes professionelles Video her muss ...

Das Video

Also wurde Equipment gemietet und in schickem Schwarzweiß ein Clip im Stil zeitgemäßer HipHop-Videos gedreht. Natürlich unter Beteiligung der jugendlichen Protagonisten des Mitternachtssports und mit Live-Material aus der Sporthalle. Daneben kommt aber auch die High-Deck-Siedlung als heimische Hood gut zur Geltung, es gibt kurze genretypische Spielszenen und am Ende fasst ein Streetworker das Konzept in griffige Worte: „Wir öffnen eine Sporthalle und holen mehrere Hundert Jugendliche von der Straße. An jedem Wochenende. Mit einem Ball!“

Seit Kurzem ist der Film unter folgendem Link auf YouTube zu sehen:

https://www.youtube.com/watch?v=6QRPOLaPqpI

Was noch gesucht wird, ist ein cooler Songtitel. Ideen bitte an „The Corner“. Aus allen Vorschlägen wird der beste Titel demokratisch ermittelt.

E-Mail: team[at]the-corner[.]de

Text: Holger Heiland