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High-Deck-Siedlung als Kunstobjekt

"Ich gehe dort täglich lang, aber so habe ich das noch nicht gesehen!" Auch alteingesessenen Bewohnern der High-Deck-Siedlung öffnet der Fotograf aus London mit seiner Sicht auf die High-Decks die Augen: Seine Fotos zeigen die Betongänge und Treppen aus den verschiedensten Perspektiven. Übersichten stehen neben winzigen Details: Grafitties, Löcher im Putz, Hausnummernschilder oder Ausgänge von Lüftungsschächten. Die Aufnahmen wechseln sich ab mit Textblöcken, in denen anonyme Bewohner zitiert werden. Eine besondere Spannung entsteht dadurch, dass die unterschiedlichsten Gegenstände auf exakt gleich großen Abzügen dargestellt werden, die Willats scheinbar willkürlich angeordnet hat.

Auf die High-Deck-Siedlung wurde Willats durch das Internet aufmerksam. Die außergewöhnliche Architektur zog ihn an. Daneben recherchierte er im vergangenen Jahr am Henselmann-Bau am Straußberger Platz, in einem Wohnviertel in Kreuzberg und einem Studentenwohnheim in Zehlendorf. Unter dem Titel "Messages from the Polemical City" sind die Arbeiten zu einer Ausstellung zusammengefasst. Sie ist in der Galerie Thomas Schulte noch bis zum 28. Februar zu sehen, Mommsenstraße 56, 10629 Berlin, Öffnungszeiten montags bis freitags von 11 bis 18 Uhr, samstags von 11 bis 15 Uhr. Eine 16 Meter breite Fotocollage sowie ein Film aus der High-Deck-Siedlung werden zudem auf der Bienale gezeigt.

Die besondere Beziehung von Menschen zu ihrem Wohnumfeld ist das Thema, das Stephen Willats seit langem fasziniert. Seit den siebziger Jahren hat der gebürtige Londoner sich mit seinen Zeichnungen, Fotodokumentationen, Filmen und Computeranimationen einen Namen gemacht. Er gehört zu den wichtigsten zeitgenössischen Künstlern Englands.







