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Interkulturelles Elternzentrum an der Schule in der Köllnischen Heide
Ausgangssituation
Die Schule in der Köllnischen Heide ist eine der beiden Schulen im Land Berlin, die bereits seit rund 30 Jahren das Ganztagsschulkonzept umsetzen. Dort lernen zurzeit rund 680 Schülerinnen und Schüler, die Mehrzahl hat einen arabischen, türkischen oder südosteuropäischen Migrationshintergrund. Fast alle Kinder der Schule leben im Quartiersmanagement-Gebiet High-Deck-Siedlung. Als einzige Ganztagsgrundschule im Quartier kommt der Schule eine wichtige Bedeutung zu. Hier verbringen die 6 bis 12-Jährigen in der Regel acht Stunden ihres Tages. Die Schule bietet neben dem regulären Unterrichtsangebot vielfältige Freizeitmöglichkeiten. Durch zahlreiche Projekte im Rahmen des Programms „Soziale Stadt“ Quartiersfonds I und II konnten in den vergangenen Jahren zusätzliche Angebote geschaffen und die Ausstattung des Freizeitbereiches deutlich verbessert werden.
Zielsetzung
In enger Kooperation von Förderverein der Schule, Grundschule und Quartiersmanagement High-Deck-Siedlung wurde seit Herbst 2006 ein Konzept für die Elternarbeit an der Schule entwickelt. Dabei wurden auch die Wünsche und Bedürfnisse der Eltern einbezogen. Ziel war es, künftig noch stärker die Eltern einzubeziehen und sie für Schule und Bildung zu interessieren. Dies ist von Beginn an bei den Eltern auf zunehmendes Interesse gestoßen. Seit Sommer 2006 ist im Quartier ohnehin ein gewachsenes Engagement von Müttern und Vätern zu beobachten, die sich auf unterschiedliche Weise in Projekte ehrenamtlich einbringen und Aktionen im Quartier, in Grundschule, Kitas oder auch den Kindertreff „Waschküche“ unterstützen.
Einweihung des Interkulturellen Elternzentrums
Um die verschiedenen Aktivitäten und Projekte zur Elternarbeit an der Schule inhaltlich und zeitlich weiter auszubauen und räumlich besser bündeln zu können, wurde der Aufbau eines „Interkulturellen Elternzentrum“ (IKEZ) geplant. Dafür sollen die Räume des ehemaligen Kinder- und Jugendgesundheitsdienstes im Erdgeschoss nach einer baulichen Umgestaltung genutzt werden. Geplant war von Beginn an eine Mehrfachnutzung der Räume für verschiedene Angebote. Die Räume des Interkulturellen Elternzentrums sollten nach dem Umbau dann unabhängig vom Schulbetrieb auch abends sowie an den Wochenenden nutzbar sein. Darüber hinaus sollten die hier stattfindenden Angebote auch von den Eltern der beiden benachbarten Kindertagesstätten genutzt werden, deren Raumkapazitäten sehr eng bemessen sind.
Die Bauarbeiten fanden im Herbst 2008 statt und das Interkulturelle Elternzentrum konnte im Februar 2009 eingeweiht werden.
Angebote im IKEZ
Nach der Eröffnung im Februar 2009 wurden zahlreiche Veranstaltungen in enger Kooperation von Initiative für ein noch besseres Neukölln/ Aufbruch Neukölln e.V., Stadtteilmüttern, Quartiersmanagement High-Deck-Siedlung, Grundschule und Förderverein organisiert, die sehr aktiv von ehrenamtlichen Müttern und Vätern, darunter auch Elternvertreter, unterstützt wurden. Dazu zählten 2009 folgende Angebote:
- wöchentliche Elterncafés mit speziellen Themen wie z.B. sicherer Schulweg, Förderung der Kinder, Bücher für Kinder, Fernsehen, Erste Hilfe, Gesundheitsförderung, Zusammenarbeit von Eltern und Schule
- Elterntreff für Berufstätige in den Abendstunden
- mehrsprachige Elternversammlungen in deutscher, türkischer und arabischer Sprache zu Themen wie Förderung von Kindern und Jugendlichen, gewaltfreie Erziehung, Medienkonsum, Jugendgewalt, Ausbildung und Ausbildungsplatzsuche, Berliner Schulreform
- regelmäßige Sozial- und Rechtsberatung in türkischer und deutscher Sprache
- soziale Beratung speziell für Eltern aus Südosteuropa, insbesondere Rroma
- Treffpunkt für Eltern mit Kindern mit Behinderungen ("Sonnenfamilien") mit Themenangeboten für diese Eltern, Erfahrungsaustausch und einer Kinderbetreuung in dieser Zeit
- zwei Deutschkurse der Volkshochschule Neukölln mit unterschiedlichem Sprachniveau für Mütter
- wöchentliche Teamrunden und Qualifizierungsangebote der Stadtteilmütter seit Mai 2009
Das Konzept soll „im Bausteinverfahren“ gemeinsam mit den Eltern unterschiedlicher Herkunft weiterentwickelt werden. Bisher beteiligen sich Eltern türkischer, arabischer, polnischer, südosteuropäischer und deutscher Herkunft.
Das Quartiersmanagement High-Deck-Siedlung und der Förderverein der Grundschule werden diesen Prozess weiter intensiv begleiten und dabei auch sehr eng mit dem IBBC e.V., der Initiative für ein noch besseres Neukölln, weiteren Vereinen, Initiativen und Migrantenvereinen zusammen arbeiten.
Geplant ist für 2010 das bisherige Angebot mit weiteren zu ergänzen, u. a. weitere Mutter/Vater-Kind-Gruppen, Angebote für Eltern mit auffälligen Kindern, Angebote für Alleinerziehende, gemeinsame kulturelle Feste und Ausflüge anzubieten.
Der Umbau des Elternzentrums wurde vom Bezirksamt Neukölln durchgeführt. Der Betrieb nach der Eröffnung wird in Trägerschaft des Fördervereins der Schule in der Köllnischen Heide e.V. organisiert.
Aus dem Quartiersfonds IV wurden insgesamt 152.000 Euro (davon 76.000 Euro aus EU-Mitteln) finanziert. Zusätzlich wurden im Jahr 2009 9.000 Euro aus dem QF III für Ausstattungen im Elternzentrum bereit gestellt. 2010 werden 11.000 Euro aus dem QF III für das Projekt "Elternarbeit im Interkulturellen Elternzentrum", Träger IBBC e.V. in Kooperation mit dem Aufbruch Neukölln e.V., zur Verfügung gestellt.
Förderverein der Schule in der Köllnischen Heide e.V.
Hänselstraße 6, 12057 Berlin
Tel. 68 29 60 13
Vereinsvorsitzende: Frau Reformat
Schulleiterin: Frau Busse
Leitende Erzieherin: Frau Telalbasic













