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Rosenmontag mit Loriot

Szenen einer Ehe
Harry Simon, Heike Höning und Marina Wegner (v. l.) in Aktion.

Egal, ob das weich gekochte Ei, die Ruhepause im Sessel oder das kaputte Fernsehgerät – die Eheszenen, die Loriot im Laufe der Jahre auf die Leinwand brachte, sind legendär. Kein Wunder, dass sie immer wieder auch von Laiendarstellern aufgeführt werden. So geschehen beim Literaturcafé am Rosenmontag im Nachbarschaftstreff „mittendrin“. Gemeinsam mit dessen Leiterin Heike Höning führten Marina Wegner und Harry Simon einige Sketche auf. Und sie taten es so gekonnt, dass der Autor sicher seine helle Freude gehabt hätte.

 

Dialog am Frühstückstisch
Er möchte einfach nur ein weiches Ei.

Loriots Literatur lebt von der richtigen Betonung, davon, dass die Pausen lang genug sind und Versprecher an der richtigen Stelle sitzen. Das erfordert von den Darstellern sehr viel Übung, Textsicherheit und gute Nerven. Ihr Meisterstück lieferte Marina Wegner mit der Fernsehansagerin ab, die den Inhalt der ersten Folgen einer englischen Familienserie schildert, im Original gespielt von Evelyn Hamann. Wer diesen Sketch einmal gesehen hat, kann keine Telenovela mehr ernst nehmen.   

Gut besuchtes Literaturcafé.
Das Publikum war hingerissen.

Das Publikum im Nachbarschaftstreff war begeistert. Nach den Live-Auftritten sahen sich die Gäste des Literaturcafés noch einige Sketche im Original an. Alles in Allem ein Riesenspass und ein gelungener Rosenmontag – ganz ohne die sonst im Karneval nahezu unverzichtbaren Pappnasen.

 

Heike Kasten-Nkongolo