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    Im Quartiersfonds I stehen auch in diesem Jahr wieder insgesamt 15.000 Euro für kleinere Projekte, Aktionen oder Veranstaltungen zur Verfügung. Bewohner(innen), Einrichtungen und Träger können jederzeit Anträge beim Quartiersmanagement stellen. Maximal 1.000 Euro können jeweils beantragt werden. [mehr]
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Wie Straßen Gesichter bekommen

Was verbindet Fritzi Massary und Leyla Yalcinec? Beide sind Frauen, wurden nicht in Berlin geboren, haben hier aber eine wesentliche Zeit ihres Lebens verbracht. Und Leyla Yalcinec lebt in der Straße, die Fritzi Massarys Namen trägt. Mit der Fritzi-Massary-Straße beginnt die neue Ausstellungsreihe im Nachbarschaftstreff "mittendrin", die am gestrigen Donnerstag eröffnet wurde. Dabei werden die Namensgeber der Straßen vorgestellt und einige Bewohner kurz portraitiert. Sie beantworteten Fragen nach ihrem Geburtsort, wie lange sie schon in Berlin leben, wie ihnen die High-Deck-Siedlung gefällt und ob sie den Namensgeber ihrer Straße kennen. Alle zwei bis drei Monate ist eine neue Straße an der Reihe.
 

Die Ausstellung "Straßenschilder – Menschenbilder" kann von montags bis donnerstags von 8 bis 18 Uhr, freitags von 8 bis 16 Uhr im Nachbarschaftstreff "mittendrin"  besucht werden. Für die Vorstellung der anderen Straßen werden noch Bewohner gesucht, die sich portraitieren lassen. Interessenten können sich im Nachbarschaftstreff "mittendrin" melden, Sonnenallee 319, Telefon 68 05 98 43.

Da die jüdische Kaufmannstochter aus Wien ein Operettenstar wurde, dem Berlin spätestens seit "Madame Pompadour" zu Füßen lag, durfte bei der Ausstellungseröffnung natürlich auch Gesang nicht fehlen. Begleitet von Alexander Dankow sang Alexandra Linett einige Lieder aus dem Repertoire der Massary.

Den Anfang macht Fritzi Massary "nicht nur, weil sie die einzige Frau unter den Namensgebern ist, sondern weil sie alle anderen auch lange überlebt hat", erklärt Heike Höning, die als Leiterin des "mittendrin" die Ausstellung konzipierte. Auf der einen Seite werden Bewohner der Fritzi-Massary-Straße vorgestellt. Dem stehen Texttafeln und Fotos gegenüber, die das bewegte Leben der Künstlerin dokumentieren. Die kürzlich verstorbene Publizistin Carola Stern hat der Massary mit dem Buch "Die Sache, die man Liebe nennt" ein Denkmal gesetzt. Mit gekonnt vorgetragenen Auszügen aus diesem Buch machte die Schauspielerin Marlies Ludwig den Zuhörern Appetit auf Mehr.

Heike Kasten-Nkongolo