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Mauerrundgang vereint Ost und West

Gemeinsam links und rechts des Heidekampgrabens einen Spaziergang machen zu können -  die meisten Teilnehmer des Mauerspaziergangs am vergangenen Sonnabend können sich noch gut an Zeiten erinnern, da das undenkbar gewesen wäre. Der Graben trennt die Bezirke Neukölln und Treptow. An seinem Ostufer stand die Mauer und die Menschen, die auf ihren verschiedenen Seiten lebten, kannten sich nicht. Zum Tag des Offenen Denkmals hatte das Quartiersmanagement in der High-Deck-Siedlung zum gemeinsamen Rundgang auf dem ehemaligen Mauerstreifen eingeladen. Viele Zeitzeugen und einige junge Leute waren gekommen. Besonders interessant wurde der Rundgang aber durch die vielen Berichte alteingesessener Bewohner von beiden Seiten der Mauer.

Auf Westseite war das Ufer des Heidekampgrabens schon immer ein Grünzug, so dicht bewachsen, dass man die Mauer nur aus den oberen Etagen der Häuser sehen konnte. Himmlische Ruhe herrschte damals in der High-Deck-Siedlung: Auf der Sonnenallee konnten sogar Kinder spielen, denn Durchgangsverkehr gab es kaum. Der Grenzübergang war zwar nicht für PKW verboten, wurde aber überwiegend von Fußgängern benutzt.
Ruhig war es auch auf der Ostseite. "Unvorhergesehenen Besuch konnten wir nicht bekommen", erinnert sich ein Treptower, der direkt an der Mauer wohnte. "Wer zu uns kommen wollte, brauchte eine besondere Genehmigung. "Wir durften unseren Balkon nicht benutzen, weil der schon über der Westseite war" berichtet eine Frau.
Viele Anektdoten wurden an diesem Tag des Offenen Denkmals noch zwischen Ost und West ausgetausch. Zum Abschluss lud das Quartiersmanagement ein zum gemeinsamen Kaffeetrinken im Nachbarschaftstreff "mittendrin". Anschließend wurde dort der Film "Sonnenallee" gezeigt, der an dem ehemaligen Grenzübergang spielt und in den 90er Jahren Kultstatus erreichte.

Heike Kasten-Nkongolo