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Eulenspiegeleien türkisch und deutsch

In ein fernes Beduinenzelt fühlten sich die Besucher des Literaturcafés versetzt. So liebevoll hatten Nurhan Dörtkardes, Sevgi Ilbeyi, Sadet Gögce und Hülya Yilmaz den Nachbarschaftstreff herausgeputzt. Abwechseln lasen sie auf türkisch und deutsch die amüsanten Geschichten über Nasreddin Hodscha vor. Im 13. Jahrhundert hat er gelebt und ähnlich wie Till Eulenspiegel viele Berufe ausgeübt: Er war Vorbeter, Richter, Schullehrer und Händler auf dem Basar. Und genau wie bei Till Eulenspiegel werden Weisheit und Humor des Multitalents bis heute in vielen Geschichten gerühmt.

In vielen Ländern zwischen China und England sind die Geschichten von Nasreddin Hodscha bekannt. Das Literaturcafé in der High-Deck-Siedlung haben sie sehr bereichert. Insbesondere durch die liebevolle Art, wie sie vorgetragen wurden. Selin Dörtkardes, Nurhans Tochter, untermalte die Erzählungen mit Musik auf der traditionellen türkischen Gitarre Saz. Und um die Atmosphäre perfekt zu machen, überraschten die Frauen die Besucher mit einer Tasse türkischen Mokkas mit  der Süßspeise "Turkish Delight.  

Zum Beispiel als er als Richter am eigenen Leib schmerzhaft erfährt, wie man sich slbst ins Ohr beißen kann. Oder als er seinem Sohn vorab die Tracht Prügel verabreicht, um zu verhindern, dass er beim Wasserholen den Krug erst zerbricht. Die Parallele zum deutschen Till geht sogar so weit, dass eine Geschichte einen fast identischen Inhalt hat: Ein ausgeborgter Gegenstand wird beim ersten Mal mit der vermeintlichen Nachkommenschaft zurückgegeben, beim zweiten Mal behalten, weil er gestorben sei. Bei Nasreddin Hodscha handelt es sich um einen Topf, bei Till Eulenspiegel um Geld. Die Geschichte mit dem Topf führten die Frauen sogar als Sketsch auf – erst türkisch, dann deutsch.

Heike Kasten-Nkongolo