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"Peter Anders war mein Vater"

Das bewährte Konzept der Ausstellungsreihe „Straßenschilder – Menschenbilder“ versprach an sich schon einen unterhaltsamen Abend: Wie immer wurden dem Lebenslauf und Anekdoten des namensgebenden Künstlers Kurzbiografien der Bewohner der Straße in der High-Deck-Siedlung gegenüber gestellt. Künstlerisch umrahmt wurde das Ganze durch Musikaufnahmen des erfolgreichen Tenors und eine Live-Gesangseinlage. Doch am vergangenen Freitag gab es eine Überraschung: Die jüngste Tochter Peter Anders’, Silvia Anders, war selbst in den Nachbarschaftstreff gekommen und berichtete freimütig über das Leben ihres Vaters.

 

Dem war der spätere Ruhm nicht in die Wiege gelegt worden: Am Anfang des Jahrhunderts in einfachen Verhältnissen geboren lernte er zunächst einen „ordentlichen“ kaufmännischen Beruf. Erst als Anders mit zwanzig Jahren als Revisor arbeitete, wurde sein künstlerisches Talent entdeckt. Er nahm Gesangsstunden, unter anderem bei seiner späteren Schwiegermuter in Berlin.

Peter Anders Karriere nahm ihren Lauf. Nach der Ausbildung begann sie mit zahlreichen Engagements in der Provinz auf kleinen Bühnen mit großen Rollen. Die erste große Station war die Staatsoper in München. Doch Anders, der inzwischen verheiratet und Familienvater war, zog es nach Berlin. Hier wurden die Kinder geboren und die Familie überstand die Kriegsjahre. Als immer mehr Opernbühnen geschlossen wurden, erarbeitete sich Anders mit Hilfe seiner Frau, die ebenfalls Gesang studiert hatte und unterrichtete, ein umfangreiches Liedrepertoire. Das und der Umstand, dass er politisch unbelastet blieb, sollten ihm in der Nachkriegszeit zu Gute kommen.

Eines seiner ersten großen Konzerte nach dem Krieg war die Eröffnung des Admiralspalastes. Während der Blockade Berlins gelang der Familie der Umzug nach Hamburg. Von dort aus setzte Peter Anders seine Karriere auf allen großen deutschsprachigen Opernbühnen fort. Sie nahm ein jähes Ende, als Peter Anders 1954 bei einem Autounfall um’s Leben kam. Seine jüngste Tochter Silvia war damals elf Jahre alt.

Silvia Anders ist Sängerin und Schauspielerin und bildet heute wie schon ihre Mutter und Großmutter Sänger an der Berliner Hochschule aus. Davon, dass eine Straße in Berlin den Namen ihres Vaters trägt, erfuhr Silvia Anders in den siebziger Jahren, als sie zufällig einen Bus mit der Endhaltestelle „Peter-Anders-Straße“ entdeckte. Besonders angetan ist Silvia Anders von dem Fassadenbild, das an die künstlerische Arbeit ihres Vaters erinnert. Abgerundet wurde die Ausstellungseröffnung durch eine Gesangseinlage. Der Tenor Marcel Sindermann trug Operettenarien vor, die auch zu Peter Anders’ Repertoire gehörten.