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  • Quartiersflyer "Deck-Blatt"

    Neue Nachrichten aus der High-Deck-Siedlung und umfassende Informationen über Beratungsstellen und Ansprechpartner im Quartier finden Sie jeden Monat im "Deckblatt". Sie erhalten den Quartiersflyer in gedruckter Version in ihren Briefkasten oder können ihn auf unserer Website herunterladen.[mehr]

Nachbarschaftsstreit: Für den Mediator ist kein Maschendrahtzaun zu hoch

"Mediation" heißt das Zauberwort, mit dem Konflikte in der High-Deck-Siedlung möglichst schnell geschlichtet werden sollen. Doch Zauberei ist dabei natürlich nicht mit im Spiel. "Das Wichtigste ist eigentlich zuzuhören und die Konfliktparteien an einen Tisch zu bekommen", sagt Susanne Nowak vom Diakonischen Werk Neukölln-Oberspree e.V., die das Projekt gemeinsam mit ihrer Kollegin Sozan Azad leitet. Hat es der Mediator erst einmal geschafft, dass die Streithähne ihre jeweilige Sicht der Dinge in normalem Tonfall miteinander austauschen, sind die Chancen recht hoch, dass man auch gemeinsam eine Lösung findet.
"Oft werden die Gemüter allein dadurch besänftigt, dass man erfährt, warum der andere das und das tut", bekräftigt Sosan Azad. Gemeinsam mit Susanne Nowak bildet sie eine Gruppe von acht ehrenamtlichen Mediatoren aus, die selbst in der High-Deck-Siedlung wohnen und als Ansprechpartner für Konflikte zur Verfügung stehen sollen. Zur Zeit werden sie gründlich auf diese Aufgabe vorbereitet: 40 Stunden dauert der Vorbereitungskurs.
Dort lernen die zukünftigen Mediatoren, wie sie die Gespräche vorbereiten und führen, was es für Lösungen geben kann. Der Umgang mit den unterschiedlichen Kulturen, die in der High-Deck-Siedlung vertreten sind, nimmt bei der Vorbereitung besonders großen Raum ein. Die Verhandlungssprache wird allerdings in der Regel Deutsch sein. "In den meisten ausländischen Familien findet sich aber jemand, der zum Übersetzen mitkommen kann", sagt Frau Azad.
In Rollenspielen trainieren die angehenden Vermittler die verschiedensten Situationen. "Dabei lerne ich auch sehr viel über mich selbst", sagt Harry Simon, einer der zukünftigen Mediatoren.
Diskretion ist bei der Schlichtung von Nachbarschaftstreitigkeiten Ehrensache. Die Mediatoren wohnen zwar in der Siedlung, werden aber nicht bei Fällen in ihrer direkten Umgebung eingesetzt, sondern jeweils in einem anderen Gebiet. Nach der Schulung werden die neuen Vermittler zunächst von den beiden Profis Susanne Nowak und Sozan Azad begleitet.

Wenn Sie also Schwierigkeiten mit Ihren Nachbarn haben, können Sie sich gern an die Mediatoren wenden. Sie erreichen diese über das Quartiersbüro in der Leo-Slezak-Straße 23 (Telefon 68 05 93 25).

Heike Kasten-Nkongolo