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Dienstag, 12.05.2026

Neue Lernorte im Quartier – Ein neues Projekt der AG.URBAN im Quartier

Die AG.URBAN ist Vielen im Quartier High-Deck-Siedlung/Sonnenallee Süd durch ihr Projekt „Mehr Freizeit- und Bewegungsorte für Erwachsene im Quartier“ bekannt. Immer wieder sind Giorgio Bruno und Bengisu Aydos dafür mit ihrem Stand mit einem Modell der Siedlung auf Veranstaltungen zugegen gewesen. Sie fragten Anwohnerinnen und Anwohner danach, was sie bewegt und wo in ihrem Kiez sie sich gern mehr bewegen würden. Im Beteiligungsverfahren konnten Anfang 2026 Menschen aus der Nachbarschaft mitentscheiden, was für Sportgeräte für welche Orte angeschafft werden sollen. Noch in diesem Jahr soll draußen trainiert werden.

Ruhige Orte zum Lernen und arbeiten

Neben Bewegungsmöglichkeiten gibt es im Quartier einen weiteren großen Bedarf: den nach ruhigen Orten zum Lernen, zum Recherchieren und zum Ausleihen von Büchern. Denn zum einen steigt die Anzahl studierender junger Menschen. Zum anderen gibt es zunehmend Erwachsene, die Fort- oder Weiterbildungen absolvieren. Durch die räumlich häufig beengten Wohnverhältnisse vieler Familien haben viele aber kaum geeignete Rückzugsmöglichkeiten, um in Ruhe zu lernen und sich auf Prüfungen und Abschlüsse vorzubereiten. Dem will das Projekt „Neue Lernorte im Quartier“ begegnen, das im März 2026 gestartet ist.

„Derzeit befinden wir uns in der Phase der Bestandsaufnahme und des Netzwerkens“, erläutert Giorgio Bruno, der das Projekt für die AG.URBAN gemeinsam mit Bengisu Aydos und Michael Pinetzki koordiniert und durchführt. „Für alle Altersgruppen fehlen Rückzugsräume. Gleichzeitig gibt es aber Anhaltspunkte dafür, dass verschiedene Einrichtungen im Quartier über Ressourcen verfügen, die noch besser für die Bewohnerschaft im Sinne der Projektidee nutzbar gemacht werden können.“

Ziel des vom Quartiersmanagement geförderten Projekts ist es, dass dem Quartier am Ende der Laufzeit (Ende 2027), möglichst mehrere neue Lernorte zur Verfügung stehen. Zusammen mit den Einrichtungen sollen sie personell und materiell so ausgestattet werden, dass sie von der jeweiligen Zielgruppe genutzt werden können. Hierfür kommt sowohl die Fortentwicklung bereits vorhandener wie auch die Schaffung neuer Lernorte in Betracht.

„Wir sprechen über unser Anliegen mit verschiedenen Einrichtungen und Akteuren in der Siedlung. Für die Zielgruppe der Kinder sind das zum Beispiel die Grundschule in der Köllnischen Heide und das Familienzentrum High-Deck. Wir halten aber auch für die Zielgruppen Jugendliche und Erwachsene nach Kooperationspartnern Ausschau.“

Workshops und Austausch

In vier Workshops sollen die bestehenden Bedarfe und Möglichkeiten mit den Einrichtungen und ihren Besuchern ausgearbeitet werden. Kinder und Jugendliche sollen nach dem Unterricht in Form von Malwettbewerben oder durch das Bauen von Modellen beteiligt werden. „Wie gestalte ich einen Raum?“, könnte hierfür eine anleitende Frage sein.

Um Jugendliche zu aktivieren, wäre es denkbar, Spiele wie Minecraft zu nutzen; mit den über 20-Jährigen soll es einen „Design Thinking“-Workshop geben.

Um starke Partner zu finden und mit ihnen bauliche Maßnahmen umzusetzen, ist zudem ein Profiworkshop geplant. Neben den Trägern und den Nutzerinnen und Nutzern der beteiligten Einrichtungen sollen hier auch Bezirksstellen eingebunden werden, die bei Fragen der Anschaffung von Mobiliar oder Trennwänden ihre Einwilligung geben müssen.

Die Bedarfsermittlung sowie die Beteiligungsverfahren sollen bis zum Ende dieses Jahres abgeschlossen sein. 2027 stehen dann die Konzeption und Umsetzung der mindestens drei beschlossenen Maßnahmen an.

Über das Projekt sollen auch anfallende Renovierungsarbeiten und die Anschaffung von Ausstattung finanziert werden. Ende 2027 werden, so der Plan, die neuen Lernorte dann übergeben und eingeweiht. Die anschließende Umsetzung in Form von regelmäßigen Angeboten ist dann Aufgabe der jeweiligen Träger; bei der Ausarbeitung dieser Angebote unterstützt die AG.URBAN aber und berät auch sonst fachlich, wenn das gewünscht wird.

 

Das Projekt wird finanziert aus dem Programm Sozialer Zusammenhalt/ Projektfonds.

Text und Bild: H. Heiland